Erstaunlich, was die „guten“ so alles menschlich angestellt haben. Mir erzählt niemand mehr etwas über unsere bösen Eltern und Großeltern, aber auch entsetzlich ist die unterlassene Hilfeleistung der „Volksgenossen“, zum kotzen!

Das Heerlager der Heiligen

Striegau, den 29. Januar 1945

Liebe Mutter

Ich schreibe Dir nun von hier und hoffe, daß Dich dieser Brief trotz allem, was. jetzt geschieht, noch erreicht. Ich liege hier in einem Behelfskrankenhaus auf dem Flur und muß morgen weiter, weil alles überfüllt ist und die Russen auch hierhin kommen. Ich will dann sehen, ob ich bis zu Euch kommen kann. Bitte, erschrick nicht, liebe Mutter, aber ich bringe Gabi nicht mit, und ich habe einen erfrorenen Arm. Ich hätte sonst Gabi vielleicht noch weiter getragen. Aber sie hätte auch hier keinen Sarg bekommen, denn Särge gibt es ja kaum noch, und sie wäre auch hier nur schnell begraben worden.
Ich konnte sie nicht mehr weit tragen, als sie tot war. Ich konnte es nicht mehr aushalten und habe sie gut eingewickelt und an der Straße hinter Kanth tief in den Schnee gelegt. Da war Gabi nicht allein, denn mit mir…

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